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Das Abenteuer des Traumritternovizen Antor, genannt Habicht, vor seiner Aufnahme in den Orden der Traumritter.

Im zeitigen Frühjahr des Jahres 439 n.P. kam ich auf dem Weg von meiner Heimat Metharia zur Pyramide, dem Traumritterstützpunkt in Arki durch das Dorf Trema.

Dort erzählte man mir von dem Nachbardorf Gelbkrötenbrunnen, welches vor zwölf Jahren von Söldnern zerstört wurde und nun eine Wüstung ist, etwa eine Tagesreise auf schlechten Wegen entfernt. Die Bewohner des Dorfes hätten einen eigenen Gott in der Gestalt einer gelben Kröte verehrt, der ihren Feldern Fruchtbarkeit und ihnen Reichtum gesichert habe. Vielleicht seien dort noch Schätze zu holen. Angezogen von der seltsame Geschichte entschloss ich mich, den Ort zu besuchen.

Gelbkrötenbrunnen war verlassen und lag in Ruinen. Allein der Brunnen war noch intakt und schien der einzige Ort zu sein, der in seinen Tiefen wertvolles oder aufschlussreiches bergen könnte. Ich kletterte erst mit meinem Seil und dann, indem ich mich mit meinen Beinen und meinem Rücken gegen die Wände des Schachtes stemmte, abwärts. Plötzlich weitete sich die Wandung und ich stürzte in einen unterirdischen See, der einen kreisrunden Raum fast vollständig ausfüllte. Im ungewissen Licht von Leuchtmoos griffen mich die Krallenhände von Skeletten an. Gerade eben konnte ich mich auf einen Absatz am Rande des Wassers retten.

Seil und Schacht waren außer Reichweite. So blieben mir zwei Gänge um die hier verborgenen Schätze und einen Weg zurück an die Oberfläche zu finden. Der erste brachte mich in einen rechteckigen Raum, der Boden wasserbedeckt wie im ersten, mit weiteren Gängen, welche in verschiedene Richtungen führten. ich watete ins brusttiefe Wasser als drei Skelette von Kindern aus der Tiefe mich angriffen und mich beinahe überwältigten. Allein mein Schwert, mein Glück und die Anrufung Artans retteten mich und machten die Gerippe zuschanden.

Ein aufwärtsführender Gang brachte mich in eine kleine, trockene Höhle. Hier hörte ich die Stimme von Fey, einem Mädchen, welches die Dorfbewohner ihrem Krötengott geopfert hatten und hier in der Dunkelheit dank der Hilfe ihres Freundes, dem kleinen Rattengott, überlebt hatte. Bei ihrem Helfer musste ich an Anrash denken, dem finsteren Gott des Chaos, dem, wie ich wusste, die Ratten zu eigen sind. Fey sagte mir, dass die Bewohner von Gelbkrötenbrunnen ihrem in diesem Brunnen verborgenen Gott Kinder geopfert haben, deren Skelette nun in der Tiefe überdauern. Sie wagte nicht, sich zu zeigen, ehe ich ihr nicht ein Zeichen des Sieges über den Krötengott gebracht hätte. Einen Weg aus dem Brunnen wusste sie nicht, allein, die Hilfe der kleinen Ratte könne mich vielleicht retten. Nur, diesem Helfer wollte ich mich keineswegs anvertrauen. Lieber würde ich einen eigenen Fluchtweg für uns suchen.

Im zweiten Gang musste ich mich den Angriffen von ätzenden Schleimklumpen stellen. Ich konnte sie zerschlagen und fand mich dann in einer großen, unregelmäßig geformten Höhle wieder, mit Spuren am Boden, welche nur von einer gewaltigen Kröte stammen konnten. Ich entschied, mich diesem schrecklichsten aller denkbaren Gegner als ersten zu stellen und folgte den Spuren in einen Nebenraum, wo ich eine gewaltige Gelbe Kröte fand. Ich entschied mich für einen Überraschungsangriff und führte mehrere schnelle Schläge, doch mein Gegner war zäh und verätzte mich durch seine giftigen Sekrete. Wieder war es die Gnade Artans und mein Glück, welche mir beistanden und meinen Feind verdarben. Ich schnitt der Kreatur eine Kralle ab um Fey von meinem Sieg überzeugen zu können.

Weitere Gänge führten in verwirrenden Mustern in größere Tiefen und Sackgassen. Eine Statue, vor der Kultisten Fische geopfert hatten deuteten auf andauernde Verehrung der Kröte hin oder darauf, dass sie selber einem schrecklicheren Herren diente. Doch kein Weg brachte Rettung. Nur noch Feys kleiner Rattengott konnte noch helfen. Alleine hätte ich mich einer solchen Gnade verweigert, Fey aber musste ich aus der Tiefe erretten.

So kehrte ich in ihre Kammer zurück, zeigte ihr das Siegeszeichen und bat sie um Fürsprache bei dem kleinen Rattengott. Der Gott willigte ein, uns in einem Strudel an die Oberfläche zu tragen, verpflichtete mich aber, sollte ich mich Gelbkrötenbrunnen jemals wieder nähern, ihm ein Heiligtum zu errichten. Ich willigte ein, auch wenn ich diese Hilfe als Makel empfand. Zugleich fasste ich dem festen Vorsatz, mich diesem Orte niemals wieder zu nähern und die Priesterschaft des Artan von der Präsenz eines Rattengottes, der doch nur der finstere und chaotische Anrash sein konnte mitten in Aldodwereiya zu warnen und auf Wachsamkeit und Kampf gegen seinen Kult zu drängen, auch wenn ich mein eigenes Schwert in diesen Streit nicht erheben würde.

Der kleine Rattengott trug uns aus der Kammer unter dem Brunnen in einem Strudel an die Oberfläche und in Sicherheit. Später erreichte ich Arki und die Pyramide. Hier schilderte ich einem Ritter, der sich bereits Artan verschworen hatte mein Abenteuer. Er versprach, die Leiter des Ordens zu informieren. Am gleichen Tag wurde ich trotz meines Makels von Artan als sein Novize akzeptiert.

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